Vom Nischenanbieter zu Europas Marktführer

Klein, aber fein, so könnte man „De Groene Weg“ (Der grüne Weg), die Bio-Tochter von Vion, charakterisieren. In der Marke steckt Potenzial. Das Unternehmen haben zwei Metzger 1981 gegründet, als Biofleisch noch ein reines Nischenprodukt war. Inzwischen hat sich viel geändert. Seit mehr als zehn Jahren gehört die Marke zu 100 Prozent dem Vion-Konzern.

Heute ist De Groene Weg Marktführer in Europa bei der Biofleisch-Vermarktung. Die Bereitschaft der Konsumenten, deutlich mehr Geld für ökologisch erzeugte Tierprodukte zu bezahlen, wächst stetig. Vorbei sind die Zeiten, als diese Käufer noch als Naturapostel belächelt wurden.

„Von 2004 bis heute hat sich unser Umsatz verdoppelt“, zieht Geschäftsführer Allard Bakker am Standort Groenlo zufrieden eine Zwischenbilanz. Nebenan liegt der Schlachthof, der bisher pro Woche immerhin schon 1.500 Bioschweine verarbeitet. Das Unternehmen ist auf Wachstum orientiert, Vion investiert in den Betrieb vier Millionen Euro und baut die Kapazitäten aus.

Denn mit De Groene Weg lässt sich mehr als eine Alternative für die herkömmliche Landwirtschaft aufzeigen. Bei Schweinen und Rindern, die reichlich Platz und Auslauf haben, sich von natürlichem Futter ernähren und ohne Wachstumshormone und Antibiotika auskommen, ist die Gewinnmarge überdurchschnittlich hoch. In Holland deckt De Groene Weg 85 Prozent des preislich attraktiven Biofleisch-Marktes ab. Seit einem Jahr wird jetzt auch Lammfleisch vertrieben.

De Groene Weg liefert das Biofleisch nach Deutschland über Vion Großostheim an diverse deutsche Supermärkte, ohne allerdings als Marke erkennbar zu sein. Das ist in den Niederlanden ganz anders. De Groene Weg versorgt nicht nur fünf große nationale Supermarktketten. Unter seinem grünen Logo verkaufen auch 13 Metzgereien die naturfreundliche Ware.

Mit dem jüngsten Geschäft, das jetzt im Oktober eröffnet wurde, ist Vion ein richtiger Coup gelungen. In der neuen Markthalle von Rotterdam, schon jetzt ein international gefeiertes Wahrzeichen, konnte De Groene Weg einen Verkaufsshop anmieten. Das spektakuläre Marktgebäude erinnert in Bau und Dimension an einen Flugzeughangar. Über den gewaltigen Deckenbögen der Halle prangen Früchte und Gemüsesorten auf 11.000 Quadratmetern – das vom Umfang größte Kunstwerk der Niederlande.

Der Marktstand von De Groene Weg wirbt in der riesigen Halle nicht nur mit seinen appetitlichen Produkten, sondern auch mit Bildern seiner Lieferanten. Er ist unter anderem mit Fotos von Bauern dekoriert, die mit De Groene Weg einen Vertrag abgeschlossen haben. Die Verbindung zu den Produzenten ist eng und soll nach außen dokumentiert werden. Das schafft Glaubwürdigkeit beim Verbraucher.

„Wir nehmen nicht jeden“, sagt Allard Bakker. „Wir verlangen Zuverlässigkeit von unseren Landwirten und geben sie zurück“, kommentiert der 47 Jahre alte Geschäftsführer. „Ein Biozertifikat allein reicht nicht. Wir erwarten zum Beispiel, dass die Schweine beim Schlachten stets 95 Kilo wiegen. Das macht auch für die Kunden die Kalkulation leichter.“

Warum? Weil sich beispielsweise ein Unternehmen in Italien Tiere wünscht, die genau das passende Gewicht für seine Bioschinken auf die Waage bringen. 70 Tonnen Rind und 100 Tonnen Schwein produziert De Groene Weg pro Woche. Obwohl die Vion-Tochter strenge Anforderungen stellt, wächst die Zahl der Lieferanten stetig.

Ob Bio besser schmeckt als herkömmlich produzierte Ware, darüber gibt es seit Langem Streit. De-Groene-Weg-Geschäftsführer Bakker bleibt diplomatisch und legt sich nicht fest. „Eines ist aber sicher“, meint er nach kurzem Nachdenken. „Wenn ich Biofleisch esse, habe ich ein besseres Gefühl.“

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